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”kurz nach-denken” über Lebens-Lernaufgaben:


Die Lösungen aller Probleme sind bereits vorhanden, sie müssen nur (gegen die innere, laute Stimme des Egos und die scheinbar so mächtigen äußeren Umstände) gewählt werden. Die Motivation dafür erwächst aus dem Überdruss am Leiden. Wer diesen Punkt noch nicht erreicht hat, wird noch zu mogeln versuchen: "Gibt es Heilung nicht ein bisschen billiger, muss ich wirklich alle geliebten und wohl gehegten Glaubenssätze hergeben dafür?" Jeder wird irgendwann an den Punkt des Überdrusses am Leiden kommen, vielleicht noch nicht in dieser Inkarnation. Dann halt noch eine Runde auf dem Karussell, für die ewige Seele ist das kein Problem. Für den erlebenden Körper kann es aber unlustig sein. Entscheidungen sind gefragt und klare Erkenntnisse, denen ebenso klare Entschlüsse und Durchführungen folgen. Dein Leben wird es Dir widerspiegeln, ob Du zu mogeln versuchst (auch Dich selbst versuchst zu täuschen) oder ob Du den klaren Weg gehst. Mit einiger Zeitverzögerung folgen Deine Lebensumstände dem nach. Unbeirrbar.

Man könnte sich fragen: Wenn es denn so einfach ist mit den Lebens-Lernaufgaben, warum wählen dann nicht mehr Menschen begeistert diese Möglichkeit und haben Erfolg damit und ein glückliches Leben, so wie sie es sich immer wünschen?

Wer es ausprobiert hat, kennt die Antwort: Weil diese Lernaufgaben immer eine Zumutung für das Ego darstellen. Denn es bedeutet das Loslassen von Liebgewonnenem, die Veränderung eines Zustandes, in dem man es sich gerade erst gemütlich gemacht hatte (gemütlich, aber nicht unbedingt wirklich glücklich, zufrieden und erfüllt...!), ein wieder sich auf den Weg machen obwohl Stehenbleiben doch so nett gewesen wäre (denn wenn die anderen sich nur halb so viel ändern würden wie ich es schon getan habe, dann wäre meine Welt wunderbar...).

Erst in der Durchführung erlebe ich, dass es kein Preis war, den ich bezahlen musste, sondern ein Geschenk, das erst im ausgepackten Zustand seinen wahren Wert erkennen ließ. Unausgepackt schaut es unattraktiv aus, der Mühe nicht wert, vielleicht sogar für mich schädlich und meinen Wünschen zuwiderlaufend. Man muss den Prozess in Gänze durchlaufen haben (das dauert Zeit, in der sich die Umstände vorübergehend sogar zu verschlechtern scheinen), um die Sinnhaftigkeit des Weges zu erkennen und zu überblicken. "Hinterher ist man immer schlauer!" – genau so, immer(!) erst hinterher. Doch wenn man die Schleife dieses "scheinbar erst schlechter und danach viel besser" mehrfach durchlaufen hat, dann gewinnt man Vertrauen in diesen Prozess und leistet bei der nächsten anstehenden Zumutung nicht mehr so viel Widerstand.

Zumutung heißt ja zuletzt Herausforderung und die lieben und suchen wir ja letztendlich. Die meisten von uns Körperwesen hier arbeiten sich an Herausforderungen auf der unerlösten Ebene ab: blöder Chef, stressige Arbeit, ungesundes Arbeitspensum, wiederholte Krankheiten, belastete Partnerschaften, zu wenig Zeit, zu viel zu tun. Daraus ergibt sich keine (Er-)Lösung, daher wiederholen sich die Muster immer wieder, lediglich die Form und der betroffene Lebensbereich variiert. Wer die Zumutung auf der geistigen Ebene interpretiert, abarbeitet und damit erlöst, hat das betreffende Muster tatsächlich vom Hals. Es wiederholt sich nicht mehr! Wenn man das erst kapiert hat, wie mächtig man auf dieser Ebene ist, wird man es gerne bei nächster Gelegenheit ("Zumutung") wieder auf diese Art anpacken.

Aber Achtung: Die Illusion der Zeit vermittelt uns das Gefühl, dass man ganz "normal" oder sogar rücksichtslos leben und gerade damit Erfolg haben kann (siehe die Welt in den Medien). Oder umgekehrt passiert es, dass man schon längere Zeit in die geistige Richtung arbeitet und die "Belohnung" ausbleibt. Wer den betrachteten Zeithorizont weitet, wird aber merken, dass Illusionen nur kurzfristig funktionieren, niemals langfristig. Und dass man von den Helden von gestern nichts mehr in der Zeitung liest. Wer dann im Internet (z.B. Wikipedia) recherchiert, merkt plötzlich, welch hohen Preis die Berühmtheiten von gestern im Lebensabend gezahlt haben und die Jagd nach Glück zuletzt nicht zum Ziel führte, obwohl sie doch ein so strahlendes Siegerlächeln in die Kameras geschickt hatten. Nur ein kleines Beispiel für Polarität: der Komiker und Filmschauspieler Robin Williams - Selbstmord mit 63 aufgrund wiederholter, schwerer Depressionen. Er suchte die Liebe im Publikum und fand dort nie genug. In ihm selbst wäre die Quelle gewesen.

Also: genau hinschauen und dadurch die Geduld fürs Durchhalten schöpfen. Es lohnt sich, kann ich immer wieder nur sagen. Ich kenne die Durststrecke dazwischen, wenn man das eine Ufer verlassen und das andere noch nicht erreicht hat! Und natürlich widerstrebt es der Machermentalität des Egos und unserer Konditionierung auf das Tun, das Kommen des richtigen Zeitpunkts abzuwarten in optimistischer, nichts erzwingen wollender Erwartung. Eine ungewohnte Geisteshaltung, die aber durch Üben und stete Wiederholung erlernt werden kann, wie alles andere auch.


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