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kurz nach-denken

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”kurz nach-denken” über das, was wirklich nährt:


"Das Buch der Widerstände" (des Alltags) von Rüdiger Dahlke ist, wie ich vermutet habe, super. Da sind genau die Klagen aufgelistet, die wir von uns und anderen kennen und es werden Wege aufgezeigt aus der Jammerfalle. Denn jede Klage will uns (genau wie Krankheiten auf der Körperebene) ein anstehendes Entwicklungsthema für uns aufzeigen. Kaufempfehlung!

Übrigens: Rüdiger Dahlke hält Vorträge in mehreren Ländern, macht Seminare, hat ein Therapiezentrum aufgebaut und schreibt nebenbei Bücher. Im Winter lebt er auf Bali. Und sein Tag hat auch nur 24 Stunden. Wie kann dann aber mein Tag zu kurz sein, um alle Dinge zu schaffen, die ich möchte? Kurz nach-denken.

Nachdem ich diesen Sommer frisches Gemüse aus dem Garten genießen konnte (vielen Dank an meine liebe Lebenspartnerin, die sich darum kümmert!), habe ich gemerkt, was für einen Unterschied das zu gekauftem Gemüse macht. Bio ist zwar schon besser als konventionell, aber aus dem Garten ist das Gemüse bei weitem substanzreicher und nährt besser, das fühlt man nach einiger Zeit auch. Es macht einfach satt, da das Notwendige enthalten ist. Dann muss man nicht mehr so viel essen, weil das Wichtige in dem Wenigen bereits enthalten ist. Jetzt im Herbst, wo ich wieder mehr zukaufen muss, habe ich gemerkt, dass Bitterstoffe im käuflichen Salat und Gemüse fehlen. Wurden auch alles heraus gezüchtet, wegen der scheinbaren Verbesserung des Geschmacks. Dabei fehlt aber jetzt was Wichtiges (so wie im heute angenehmeren Berufsleben die Bewegung). Ich habe mich über Bitterstoffe informiert und herausgefunden, dass sie die Lust auf Schokolade reduzieren und den Appetit bremsen. Also was ist die logische Folge, wenn sie fehlen? Das, was wir uns reinstopfen jeden Tag und selbst wissen, dass es uns eigentlich nicht gut tut.

Ich habe also Bitterstoff-Tropfen besorgt (schon pervers: erst rauszüchten, dann als Extrakt wieder reinholen) und siehe da, es funktioniert! Ich habe nicht mehr so viel Lust auf Bier (Bitterstoff im Hopfen!) und Schokolade. Beides ist nicht mehr Nahrungsmittel für mich (hat mich selbst gestört in den Mengen, war aber kaum zu bremsen), sondern nur noch Genussmittel in Maßen. Jetzt geht es mir körperlich noch besser als vorher schon. Man kennt immer erst hinterher, wie unvorteilhaft der vorherige Zustand war, bei dem man auch schon dachte, dass er gut war!

Das bringt mich auf den Punkt, was wir geistig essen. In einem Vortrag über Partnerschaft von Reinhard Lier (www.lier.de) habe ich letzthin gehört, dass wir mit den vielen Spielfilmen kranke Beziehungsmuster aufnehmen. Und Du denkst, dass das, was Du im Fernsehen und Kino "zur Unterhaltung und Entspannung" anschaust, keinen Einfluss hat auf Deine Partnerschaft? Da empfiehlt sich kurz nach-denken, in dem Fall besser noch nach-spüren. Dazu braucht es allerdings Stille und Zeit. Und wenn Du beides nicht hast, dann nimm es Dir einfach, gönne es Dir. Trotz allem "aber...". Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich. Und zwar für das Wesen-tliche, nicht für das Viele.

Auf diesem Weg könnte man sich folgendes bewusst machen: Wir lassen uns zu sehr von den Augen leiten, sind fasziniert von Bildern, die uns durch die Omnipräsenz von Bildschirmen (heute schon an Reklamewänden und in Mobiltelefonen) und des Internets auch noch ständig geliefert werden. Diese Betonung des Optischen führt aber dazu, dass wir wichtige Unterschiede nicht (mehr) wahrnehmen.

Zum Beispiel schaut der Salatkopf aus dem Garten und aus dem Supermarkt recht ähnlich aus, aber er nährt völlig verschieden, enthält viel bzw. wenig Wesentliches, vielleicht sogar ein wenig Giftiges (das man aber nicht sieht). Das Wasser aus der Leitung und aus dem Bergbach schaut auch gleich aus, ist aber in seiner Wirkung auf meinen Körper dennoch völlig verschieden. Ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle und aus China-Fabrikation schaut ebenfalls gleich aus, ist in seiner Wirkung auf die Umwelt aber völlig verschieden. Ein Fleischstück in der Verkaufstheke schaut lecker aus und lässt nichts von dem Leid ahnen, das dem Tier bei seiner möglichst schnellen Produktion zugefügt wurde. Der Unterschied zwischen Massentierhaltung und Bio-Produktion ist ihm auch nicht anzusehen. Und ein lachender Mensch auf einer Plakatwand schaut sogar wesentlich glücklicher aus als ein Mensch, der still und leise in sich ruht und innerlich lächelt. Dabei ist das, was auf der Plakatwand angepriesen wird, vielleicht nicht nur nicht wesen-tlich für die Seele sondern eventuell sogar Gift für den Geist; macht unruhig und süchtig nach mehr, weil das Angepriesene eben nicht die Seele nährt und damit den Geist unruhig und unzufrieden belässt. Suche ohne Ankommen hat nicht nur sprachlich was mit Sucht zu tun.

Somit zappen wir durch die Programme (nicht nur im Fernsehen und Smartphone, auch in Facebook, im Berufsleben, bei der Partnerwahl und anderswo). Somit schauen(!) wir zu oft nur auf den Preis und finden das Billige besser. Kein Wunder, wenn wir auf Dauer nichts Wesentliches mehr bekommen, sondern nur Hohles und wahrsten Sinne des Wortes Billiges: ein potemkinsches Dorf, das von vorne gut aussieht, aber eigentlich nur Fassade ist. Kein Wunder, wenn wir immer mehr vom Selben verlangen, da es ja kaum nährt und somit nicht satt macht (in jeder Hinsicht). Und wenn wir das gedanklich weiterspinnen, sind wir schon mittendrin in der Welt des Turbo-Kapitalismus und des Burn-Out, des Seelen- und Herz-Infarkts, des Infarkts von Gesundheits- und Geldsystem und der Umwelt.

Darum höre nicht so viel auf Deine Augen. Wenn Du mit dem Herzen schaust, wirst Du mehr sehen. Dann wirst Du nämlich das Wesentliche erkennen, nicht beim Vordergründigen stehen bleiben sondern dahinter blicken. Dann kannst Du nicht mehr so leicht getäuscht werden. Denn jede Täuschung wird zwangsläufig über kurz oder lang zu einer Ent-Täuschung führen – zum Glück. Denn das Universum lässt uns nie lange in die Irre gehen - wenn wir denn die Demut haben, in der Phase der Ent-Täuschung nicht auf andere zu projizieren (die Ursache also beim anderen zu sehen, der "uns enttäuscht hat", von dem wir "enttäuscht sind", von dem wir uns "mehr erwartet hätten"). Aber selbst in diesem geistigen Ernst-(Rück)fall haben wir ja das neue Buch von Dahlke über Widerstände, mit dem wir uns dann selbst auf den Weg der klaren Selbst-Erkenntnis zurückholen können.

Ja, so könnte es gehen - wenn wir nicht nur wollen, sondern auch entsprechend denken und handeln. Zuerst kommt der Gedanke, dann das Wort, dann die Tat. So versetzt man Berge und bewegt Welten, auf jeden Fall die eigene Welt und das wäre mehr als genug. Und so kann ein Rüdiger Dahlke all das oben Aufgezählte in den 24 Stunden pro Tag machen und nebenbei noch Zeit finden zum täglichen Meditieren und regelmäßigen Mittagsschlaf, zum vegan Essen und das Leben nach seinem Willen aktiv gestalten. Denn sonst wäre er bei diesem Pensum wie andere längst ausgebrannt. Auch hier liegt der Unterschied nicht im Optischen ("was tust Du") sondern im Herzen ("was und wie denkst und fühlst Du bei dem, was Du tust"). Darum schaue ich heute genauso aus wie früher (ok, ein wenig jünger und entspannter im Gesicht schon) und bin doch ein ganz Anderer, lebe in einer ganz anderen Welt, denke in völlig anderen Schienen. Meine Welt gehorcht heute sogar völlig anderen Gesetzen, selbst ganz konkret beruflich, privat und gesundheitlich.

Wunder sind also möglich und sogar sozusagen "von der geistigen Welt versprochen" - probiert es aus! Auf diesem Weg liegen die Abenteuer und die Befriedigung, die anderweitig versprochen werden, aber nicht eingehalten werden können. Da gibt es nix zu sehen, aber viel zu spüren und innerlich zu erleben. Da taucht man ein in unbekannte und nie gesehene Galaxien und Universen, zum Beispiel in das eigene. Das mal zu erforschen und zu kartographieren, das wäre doch schon was. Mindestens so abenteuerlich wie Christoph Kolumbus' Amerikafahrt und so emotional wie die zehn besten Liebesfilme zusammen genommen. Ist das nix?


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