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”kurz nach-denken” über das Haarefärben:


Letzthin bin ich mit einem Freund bei einem netten Gespräch auch auf das Thema Haarefärben bei grau werdenden Haaren gekommen. Nachdem dies ein gutes Beispiel für den allgemein üblichen, aber auch den alternativ möglichen Umgang mit unseren Schattenthemen ist, dazu ein paar Anmerkungen:

Haarefärben per se ist weder gut noch schlecht, allerdings ist es eine Entscheidung, deren Konsequenzen wir bei weitem nicht überblicken, solange wir nur auf die Formebene schauen. Auf dieser Ebene scheint alles klar zu sein: "Ich will doch nicht alt ausschauen", "Es ist doch nur ein bisschen Farbe", "Ein wenig Luxus wird man sich doch leisten können" oder so ähnlich.

Wer aufwachen und bewusst werden will, wird ein wenig tiefer schauen: Das Grauwerden der Haare wird den meisten von uns von der Natur vorgegeben, zum individuell richtigen Zeitpunkt. Und wenn es ein Schockerlebnis oder Überarbeitung sein mögen, die uns quasi über Nacht grau werden lassen – stets spiegelt der Körper getreulich das wider, was tatsächlich ist. Der Körper ist im Gegensatz zum Ego (das wir leider meist fälschlicherweise "Mensch" nennen) eine "ehrliche Haut". Er zeigt einfach was ist und kümmert sich nicht darum, was nach Meinung des Egos sein sollte. Schon deshalb wäre es sinnvoll, den Körper als Spiegel und Feedback anzuerkennen und wert zu schätzen. Das sind wir allerdings nicht gewohnt. Die Haare könnten uns ganz allmählich an das Thema Weis(s)heit heranführen und daran, den Körper als vorübergehendes Vehikel betrachten zu lernen, damit das große Loslassen (das wir leider meist fälschlicherweise mit dem Übergang vom "Leben" zum "Tod" bezeichnen) dann auch gut und leicht gelingt. Damit wir Weisheit zu erlangen suchen und erkennen, dass die Gültigkeit von Wissen endlich ist, während Weisheit jenseits der Zeit liegt.

Dieses Geschenk der Weissheit auf dem Kopf, die Weisheit im Geist nach sich ziehen könnte, lassen wir kollektiv vorüberziehen und meinen, durch das Überdecken auf der Formebene einen Gewinn zu erlangen. Dies scheint zwar (wie stets) vorübergehend möglich und erfolgreich zu sein, allerdings kann man beim Wirt zwar eine ganze Zeit anschreiben lassen, doch irgendwann müssen die angesammelten Rechnungen bezahlt werden. Meist verschieben wir es auf das hohe Alter und darum wird diese Phase häufig ziemlich grausam empfunden. Schaut euch die alten Menschen um euch herum genau an (hinter der Fassade!). Jeder will alt werden, aber keiner wirklich alt sein – kein Wunder bei der Perspektive, wenn über massive Körpersymptome alle verschobenen Lernaufgaben auf einmal dringlich anklopfen. Das wiederum wird dann als "normaler Alterungsprozess" deklariert und damit weiter vor dem Bewusstsein verschleiert - die konventionelle Medizin hilft noch dabei (und die Pharmaindustrie verdient kräftig). Selbst die jetzt massiv hereinbrechenden Körpersymptome, die uns die Dringlichkeit der Lage bewusst werden lassen könnten, werden mit noch größerem Aufwand an Technik, Chemie und Geld weiter zugedeckt und verschoben (nicht geheilt, das schaut anders aus). Ganz nach der Devise des Egos: Wenn ein wenig nicht hilft, vielleicht hilft ja dann mehr vom selben!

Jeder darf so lange schlafen wie er möchte (sprich: die Geschenke des Universums ausschlagen), allerdings wäre es naiv, mit dieser Strategie ein gutes und zufriedenes Leben zu erwarten. Ihr alle kennt genug Menschen, um viele deutliche Beispiele zu haben und Langzeitbeobachtungen machen zu können. Das meine ich damit, dass uns die Konsequenzen unserer Verschieberitis nicht in vollem Umfang bewusst sind. Schon alleine durch die lange, dazwischen vergangene Zeitspanne gaukelt uns das Ego vor, dass kein Zusammenhang bestünde mit den vor und seit Jahrzehnten getroffenen Entscheidungen und Handlungsweisen (die letztendlich auf unbewussten Glaubenssätzen beruhen und damit trotz ihrer scheinbaren Verschiedenartigkeit im Lauf einer Inkarnation doch einem individuell einheitlichen Grundmuster folgen).

Haare färben bedeutet, dass ich einen Teil von mir bzw. vom Lauf des Lebens ablehne und damit in Widerstand bin. Denn etwas, mit dem ich einverstanden bin oder das ich gut finde, würde ich doch nicht ändern. Schon dieser letzte Satz braucht Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, denn typischerweise fallen dem Ego zu jeder Vertuschungsaktion genug "gute" und harmlose Begründungen ein, warum man es macht, abseits der eigentlichen Beweggründe. Man selbst erkennt oft nicht die Skurrilität dieser Begründungen, Außenstehende dagegen leicht. Freunde und Lebenspartner, die mutig genug sind, einem den Spiegel vorzuhalten und reinen Wein einzuschenken, sind an dieser Stelle das größte Geschenk. Wer schlafen will, darf weiterschlafen, und wird solche Bemerkungen anderer als unzutreffend oder gar beleidigend ablehnen – wer aufwachen will, sollte allerdings an dieser Stelle aufmerksam sein, um seinem Ego nicht auf den Leim zu gehen. Die Begleitung durch einen Profi ist das, was hier am weitesten führt und am schnellsten wirksame Resultate zeigt. Am Beispiel des Haarefärbens gäbe es also die Möglichkeit, das Geld das bisher ins Vertuschen gesteckt wurde, in ein paar Sitzungen bei einem guten Heiler (siehe “Heil-Quellen") zu investieren, um herauszufinden, was im Innersten meine Ängste sind, die mich davon abhalten, das ganz locker anzuschauen, was ist.

Widerstand und eine Differenz zwischen Soll und Ist bedeutet Leiden, mindestens Anstrengung. Vertuschen und Übertünchen programmiert die Wiederholung der ewig selben Muster im Leben in immer neuer Verkleidung. Die Aufgabe kommt, unterschiedlich formuliert, immer wieder – auch ein Geschenk eines geduldigen und gütigen Universums, aber für den Lebensschüler im Widerstand als Zumutung und unverdientes Pech empfunden. Auch sich dazu zwingen, die Haare nicht zu färben, wäre Vertuschung des Widerstands in anderer Form. Eine äußere Bewegung kann nie die innere Bewegung ersetzen. Nur innere Akzeptanz und Ja-Sagen zu dem was ist, führt zu Frieden (und in der Folge zu Gesundheit). Man merkt dies daran, dass man am Ende der inneren Entwicklungsreise eines Tages die Haare gar nicht mehr färben möchte sondern im wahrsten Sinne des Wortes Farbe bekennt; zu der Farbe die einem zu-ge-fall-en ist, steht. Ganz von alleine und ohne sich zwingen zu müssen, wird man - in unserem Beispiel - auf das Färben verzichten wollen. Nämlich, weil man plötzlich einen Gewinn darin sieht, es anders als bisher zu machen. Analog gilt dies für andere Ent-Wicklungs-Wege auch.

Das Bearbeiten der darunter liegenden Ängste fördert nach dem Zwiebelschalenprinzip die anstehenden Lernthemen zu Tage und macht ihr Anschauen, Erkennen und folglich das Loslassen der Ängste und Hemmungen möglich. Dann taucht man immer weiter aus dem Schlamassel auf und es wird (einem) immer leichter. Im Fall der gefärbten grauen Haare könnte eine Angst vor dem Loslassen dahinter liegen (und die Bearbeitung würde mir auch das Loslassen von unnötigen Dingen im Haus oder einer ungeeigneten Arbeitsstelle möglich machen oder die Angst vor dem "Tod" nehmen). Oder es könnte die Angst dahinterstecken, dass ich nicht geliebt werde, wenn mich nicht der Meinung anderer anpasse ("Was sollen denn die anderen denken...!?" - “Mich findet doch sowieso niemand attraktiv!”) und ich könnte im Rahmen der Bearbeitung meine unbegrenzte Selbstliebe entdecken, was mich dann in der Folge zur Selbst-Entfaltung führen und meine Berufung finden lassen könnte, statt eine Rolle zu spielen und nur einen Job zum Geldverdienen auszuüben. Mit anderen Worten: Der Gewinn einer radikalen (radix = die Wurzel) Bearbeitung des Themas liegt in viel umfassenderen positiven Auswirkungen als nur die Lösung dieses einen Themas. Analog führt die Vertuschung zu einer Problemverschiebung auf mehrere Ebenen, in denen das Thema vervielfacht, deutlicher und unangenehmer auftaucht als einem lieb sein kann.

Nachdem die Zusammenhänge aber erst am Ende des Weges überschaubar werden, ist es für den Betroffenen in der akuten Situation unmöglich, das Wirkungsgeflecht zu überblicken. Erklärungen prallen an ungläubigen Zweifeln ab und je mehr Brände im Leben zu löschen sind, um so weniger meint der Betroffene Zeit zu haben für den “Luxus” der Beschäftigung mit seinem Inneren, des Innehaltens und Reflektierens. Auf diese Weise hält das Ego seine Macht aufrecht - und nur darum geht es ihm. Der (innere) Zaubersatz zum Startschuss eines Befreiungsprozesses lautet: “Jetzt reicht’s mir - ich will so nicht mehr weitermachen!” In der Regel muss das Maß voll sein / das Fass überlaufen / wir genug gelitten haben, um an diesen Punkt zu kommen. Willkommen im ganz normalen Wahn-Sinn und herzlichen Glückwunsch: Jetzt sind Sie reif für die Umkehr zur Heilung, den einzigen Lösungsweg, den Sie bisher noch nicht ausprobiert haben! Offenheit statt Vertuschung, Hinschauen statt Weggucken, Entschlossenheit statt Abwarten. Dann gibt es kein Zurück mehr und es fühlt sich richtig gut an!

Im oben Geschriebenen rede ich von selbst erlebter Erfahrung, die euch aber gar nichts nützt, außer ihr nehmt sie als Inspiration und Ansporn für eigene Schritte. Gerade durch die eigene Erfahrung weiß ich aber auch um die vielen inneren (und scheinbar auch äußeren) Hindernisse und Widerstände auf dem Weg. Lasst euch nicht entmutigen und bleibt dran. Es lohnt sich vielfach!

Ein gutes Video-Interview zum Thema "Aufwachen" findet ihr hier: www.mystica.tv/christian-meyer-aufwachen-und-erleuchtung-video/.


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