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Gleichnis 4:

Was ist der Sinn von Krankheit?

“Krankheit soll einen Sinn haben? Sie stört mich dabei, so weiter zu machen wie bisher und soll daher möglichst schnell wieder verschwinden!” Aber genau um das geht es: Nicht so weiter machen wie bisher. Krankheiten zeigen uns das, was wir als freiwillige Lernaufgabe ablehnen oder nicht erkennen können. Ähnlich dem blinden Fleck im Auge: Er ist ohne Zweifel stets vorhanden, aber wir nehmen ihn nicht wahr. Nur unter bestimmten Umständen, mit bestimmten Tests kann er indirekt nachgewiesen werden. Aber niemals werden wir in unserem normalen Augenbild einen schwarzen Fleck sehen! So verhält es sich mit den Lernaufgaben, die uns in Form von Körpersymptomen zur Bearbeitung angetragen werden, auf dass wir hinterher eine größere Fülle und Freude erleben, damit Druck und Last verschwinden. Auch sie haben wir direkt nicht sehen können oder wollen, nur in der indirekten Form besteht zumindest die Chance, dass wir die Lernaufgabe (er)lösen. Wenn wir krank sind, können wir beispielsweise leichter Hilfe annehmen, die Arbeit stehen und uns verwöhnen lassen. Oder wir stellen erst dann fest, dass es mehr hilfsbereite und mitfühlende Menschen um uns herum gibt, als wir dachten! Oder plötzlich müssen Dinge gehen, die wir vorher für unmöglich gehalten haben, z.B. dass die (Arbeits-)Welt nicht zusammenbricht ohne unser rastloses Mühen. Ziemlich sicher sehen wir die Welt und unser vorheriges Tun vom Krankenbett aus mit anderen Augen - und darin liegt der Sinn, wenn wir es zulassen!

“Möchtest Du, dass das Symptom weggeht, ohne dass Du weißt, was es Dir sagen wollte und für was es gut war?” Solange die Antwort “ja” lautet, ist das Symptom not-wendig, da man der Sprache der Seele nicht zuhören möchte. Solange wird man dagegen kämpfen wollen anstatt sich damit zu befreunden und Aufmerksamkeit in diesen Bereich zu richten, der um Hinwendung und Bewusstsein bittet. Erst die Hinwendung ermöglicht Heilung, solange man dagegen kämpft oder das Thema verdrängt, wird das Symptom bestehen bleiben oder kann nur vorübergehend konventionell-medizinisch unterdrückt werden (um an anderer Stelle in anderer Form wieder aufzutauchen).

Eine Krankheit ist wie ein guter Freund, der anruft um uns wichtige Information zu übermitteln, weil er sieht, dass man ohne diese Nachricht in die falsche Richtung läuft und er um unser Wohlergehen besorgt ist. Wenn man ihn abwimmelt, weil man meint, gerade keine Zeit für ihn zu haben, wird er immer dringender und öfter anrufen, da er uns vor Schaden bewahren möchte. Wir werden ihn für immer lästiger und aufdringlicher halten, gar uns über ihn ärgern und meinen, er halte uns von wichtigeren Dingen ab. Dabei ist seine Information diejenige, die momentan am wichtigsten für uns wäre, wir wissen das bloß nicht!

Warum machen wir Krankheiten not-wendig, obwohl wir sie vermeiden möchten? Ein kleines Kind wählt auch nicht, dass es sich die Finger an der Herdplatte verbrennt, nimmt aber die Folgen seines Tuns oder die Warnungen anderer (z.B. der Mutter) vorher nicht ernst genug, weil es den Wert fremden Wissens unterschätzt oder den “Lehrer” nicht ernst genug nimmt oder sich selbst für schlauer hält ("ich weiß, aber..."). Es kann und will nicht glauben, dass sein Handeln derart dramatische Folgen haben könnte. Und als Erwachsene machen wir es immer noch genau gleich! Wir wollen und können nicht glauben, dass unsere Gedanken so viel Macht haben, dass sie Krankheiten erzeugen und die dramatische Welt, in der wir zu leben scheinen, erschaffen könnten. Daher glauben wir bereitwillig, Gott oder der Urknall habe die Welt erschaffen und die Ursache für Krankheiten läge im Körper! Dann wundern wir uns über das "spontane Ausbrechen" schwerer Krankheiten (“er/sie hat doch immer so gesund gelebt...!”). Wer macht sich schon Gedanken über die bewussten und unbewussten Gedankenmuster, die die betreffende Person viele Jahre lang gehegt hat und versucht einmal, hier einen Zusammenhang herzustellen!?

Die Folgen unseres (Irr-)Glaubens werden von uns unterschätzt und daher halten wir Korrekturen für nicht besonders wichtig - ja wir hoffen, an den Folgen vorbei zu kommen (analog zum Rauchen, Klimawandel oder der Drahtlostechnologie). Wir glauben doch, unsere Gedanken seien privat und hätten keine Auswirkung, solange wir sie nicht laut äußern oder in Taten umsetzen. Mit ungeschultem Geist können und wollen wir nicht glauben, dass unsere unbewussten Glaubenssätze von unseren bewussten Wünschen stark abweichen, ja diametral entgegengesetzt sein können, und dass sie mächtig bei der Erschaffung unserer Erfahrungen wirken, mächtiger als unsere bewussten Wünsche. Wir können uns nicht vorstellen, dass wir uns unbewusst etwas Schlechtes wünschen und anziehen oder uns nur des Mangels für würdig erachten (global gesagt: Strafe für geglaubte Schuld). Erst wenn man diesen Gedanken zulässt, wird man eine Erklärung für vieles Negative im Leben finden und für die vielen Begrenzungen der Fülle, die wir uns gegenseitig im täglichen Leben zufügen. Wir schießen uns und anderen (geistig) viel öfter ins Knie, um Glück und Fülle zu begrenzen, als uns das auch nur annähernd bewusst ist! Aber man kann es mit Hilfe von Coaches bei sich selbst untersuchen und wird lohnende Entdeckungen machen. Denn erst die Bewusstheit für gewisse Vorgänge bringt uns in die Position, von der aus wir sie ändern können.

Beobachten Sie einmal, unter welchen Lebensumständen, bei welchen Gedankengängen, Stimmungen oder Handlungen ein bestimmtes Körpersymptom auftritt bzw. besser wird. Nach mehreren Wiederholungen wird man herausfinden, was es uns sagen will oder zu welchen Änderungen es uns zwingen möchte und wird merken, dass die Gemütszustände mit weniger Symptomen stets die fried- und liebevolleren darstellen. Nicht selten wird der Zusammenhang auch mit bestimmten Menschen, Umständen oder Tätigkeiten zu tun haben. Diese sind dann aber nur der Auslöser, nicht - wie wir meinen - die Ursache der Symptome, d.h. sie sind Stellvertreter / Spiegel / Projektionsfläche für ein Thema (Lernaufgabe) von uns selbst. Wenn ich das nicht glaube und den betreffenden Menschen oder die entsprechenden Umstände meide, um das “Problem” zu lösen, wird es über kurz oder lang in Gestalt anderer Menschen oder Umstände wieder in meinem Leben auftauchen. Das kann ich so oft wiederholen, bis ich derart ver-zwei-felt bin (nicht eins sein mit sich und anderen), dass ich resigniere und nicht mehr dagegen ankämpfe. Im Akzeptieren und Annehmen, im Aufgeben des Kampfes (ggf. eben erst in der Todesstunde), wird dann plötzlich die Lösung für mich offenbar werden (“Liebet eure Feinde”). Und wir werden feststellen, dass wir am Ende dieses schmerzlichen Prozesses (je mehr Widerstand, desto mehr Schmerz) uns geistig in weit mehr Ruhe, Frieden und Liebe befinden, als wir es vorher je für möglich gehalten hätten. Dies läuft in vielen Stufen das ganze Leben / alle Inkarnationen hindurch ab. Heilung geschieht wellenförmig.

Ich habe auf dem Weg zwei Möglichkeiten: Den Weg der Heilung kann ich zum einen über Erfahrung gehen. Das ist langsam und schmerzhaft, weil ich meinen inneren Schatten unbewusst schützen möchte und gewohnheitsmäßig ebenso unbewusst lieber bekanntes Unglück (z.B. ungeliebter Job zum Geldverdienen) als die Ungewissheit neuer Wege wähle (z.B. berufliche Selbständigkeit mit dem, was mir wirklich Erfüllung bringt). Ich könnte aber auch über Erkenntnis lernen. Dies wäre schneller und weniger schmerzhaft, braucht aber Entschlusskraft, Mut und einen Vermittler / Lehrer / Therapeuten, der mich zartfühlend, aber ohne größere Umwege zur (Selbst-)Erkenntnis führt. Hierbei wäre die Zielsetzung, zu erkennen welche unbewussten Glaubenssätze mich in den Mangel statt in die Fülle führen, in die Angst führen (mit all ihren Ausprägungen wie Zweifeln, Zaudern, Opferdenken, Ersatzhandlungen wie Fernsehen und Freizeitstress, Ärger über andere, Konkurrenz mit anderen u.v.m.) statt in die Liebe (mit all ihren Ausprägungen wie Ruhe, Gelassenheit, Mitgefühl, innerer Gewissheit über die Zukunft und über den richtigen Weg, Sensitivität für sich und andere, emotionale Unabhängigkeit von äußeren Umständen und vom Verhalten anderer, das eigene Leben und sich selbst aktiv formen, aus allen(!) Ereignissen Lernschritte zur eigenen Entwicklung machen, alles(!) im Leben als hilfreich und gleich gültig erkennen).

Wir haben keine Wahl, ob wir überhaupt heil werden wollen. Diese Sehnsucht kann nur zeitweise unterdrückt und die Heilung auf später verschoben werden. Aber wie im Teller-Karussell eines Sushi-Restaurants werden die nicht genommenen Speisen (abgelehnte Entwicklungsaufgaben) immer wieder auf’s Neue an uns herangetragen, vielleicht neu dekoriert oder auf einem anderen Teller, aber im Prinzip alter Wein in neuen Schläuchen. Wir haben nicht die Wahl, ob und was wir lernen wollen - wir haben nur die Wahl wann. Verschieberitis zahlt sich allerdings nicht aus: Die Lernaufgaben werden in immer deutlicherer (sprich: schmerzhafter oder drängender) Form wiederkehren. Nicht, um uns zu piesacken, sondern um das Lernen und Verstehen immer leichter zu machen. Aber das muss man erst mal so sehen können. Übung haben wir in dieser Betrachtungsweise in der Regel nicht, die Medien schulen uns sogar in der genau entgegen gesetzten Ansicht. Und so beklagen wir uns regelmäßig über “schwere Schicksalsschläge”. Wir möchte und auf die hilfreiche, andere Sichtweise umlernt, wird genau diese Krankheiten und negativen Erlebnisse als Katapult in Glück, Gesundheit und Frieden erkennen und nutzen, denn dafür sind sie eigentlich da. Allerdings ist auf dem Weg viel Demut gefragt (“ich weiß nicht, was für mich am besten ist, daher lasse ich mich vom Fluss des Lebens lehren”) und genau darin liegt der entscheidende Knackpunkt, wer diesen Weg beschreitet und wer nicht. Aber wer heute noch nicht demütig genug ist, wird es nach ein paar weiteren heftigen Erfahrungen vielleicht morgen oder im nächsten Leben sein. Die Liebe hat einen unendlich langen Atem, ewig Zeit und Geduld. Letztendlich gilt: Das Leben ist der beste Therapeut! Gegen diese sanfte Macht verblassen auf Dauer alle unsere Anstrengungen, Wünsche und Illusionen - Gott sei Dank!

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